Häufige Kniebeschwerden, die Sportler kennen sollten

Sportler gehören zu den Berufsgruppen, die einen intensiven körperlichen Einsatz erfordern und bei sportlichen Aktivitäten einem hohen Risiko von Kollisionen und Unfällen ausgesetzt sind. Für Profisportler können Verletzungen direkte Auswirkungen auf die Karriere haben und unter Umständen so schwerwiegend sein, dass ein weiterer Sportbetrieb nicht mehr möglich ist. Aber auch Personen, die nicht professionell Sport treiben, jedoch regelmäßig körperlich aktiv sind, haben ein ebenso hohes Risiko. Das Knie ist eines der am häufigsten verletzten Körperteile und einem hohen Risiko für schwere Verletzungen ausgesetzt. Daher sollten alle Sportbegeisterten besonders darauf achten, ihre Knie zu schützen.
5 Häufige Knieerkrankungen durch Sport
Da nahezu jede Sportart Bewegungen des Knies beinhaltet – wie Springen, Laufen und häufiges Wechseln von Richtung und Geschwindigkeit – ist das Risiko für Knieverletzungen hoch. Es gibt verschiedene Formen von Knieverletzungen. Die folgenden 5 Knieerkrankungen treten bei Sportlern und bei Personen, die regelmäßig Sport treiben, am häufigsten auf:
1. Vorderer Kreuzbandriss (ACL-Ruptur)

Verletzung des vorderen Kreuzbandes (ACL)
Das vordere Kreuzband (anterior cruciate ligament, ACL) spielt eine Schlüsselrolle bei der Stabilisierung des Knies, indem es übermäßiges Gleiten oder Verdrehen im Gelenk verhindert. Eine ACL-Verletzung tritt meist durch starkes Verdrehen oder starke Krafteinwirkung auf, was zu einer Ruptur führt. Diese Art der Verletzung kann auch mit Schäden am Meniskus, am Knorpel oder an anderen die Knie umgebenden Bändern, wie dem hinteren Kreuzband (PCL), medialen (inneren) oder lateralen (äußeren) Kollateralbändern, einhergehen.
Symptome
In der Frühphase verspüren Patienten mit einem gerissenen ACL häufig starke Knieschmerzen, sodass das Belastungslaufen auf dem betroffenen Bein schwierig ist. In manchen Fällen ist das Gehen zwar möglich, aber es treten starke Schmerzen und Schwellungen auf. Zu den weiteren häufigen Symptomen gehören Knieinstabilität, also das Gefühl, dass das Knie "nachgibt" oder bei bestimmten Bewegungen "knackt".
Diagnose und Behandlung
Zur Bestätigung eines Kreuzbandrisses führt der Arzt eine ausführliche Anamnese, körperliche Untersuchung und Röntgenaufnahmen durch, um Knochenbrüche auszuschließen. Ein MRT kann angeordnet werden, um die ACL-Verletzung zu bestätigen und etwaige Begleitverletzungen weiterer Knieanteile zu erkennen.
Bei Nicht-Sportlern mit isoliertem Kreuzbandriss (ohne zusätzliche Verletzungen) ist gegebenenfalls eine konservative Behandlung ohne Operation möglich. Diese umfasst Ruhigstellung, Schmerzmittel und Physiotherapie zur Abschwellung und Verbesserung der Kniefunktion. Bei Sportlern oder Menschen, die wieder einer hohen Kniebelastung nachgehen möchten, ist in der Regel eine Operation notwendig.
Chirurgische Behandlung
Der häufigste chirurgische Ansatz zur Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes ist die Arthroskopie, bei der ein neues Kreuzband aus einer körpereigenen Sehne gebildet wird. Häufig genutzte Sehnen sind die Hamstringsehne, die Patellarsehne (bone-patellar tendon-bone) oder die Quadrizepssehne. Der Eingriff dauert typischerweise ca. 1–2 Stunden.
Nachbehandlung
Nach der Kreuzbandrekonstruktion benötigen Patienten für 1–2 Wochen Krücken zur Unterstützung beim Gehen. Nach dieser Zeit ist das voll belastende Gehen meist möglich. In den ersten drei Monaten nach der Operation liegt der Fokus auf Streckung des Knies und Muskelkräftigung, um Muskelschwund zu verhindern. Zwischen dem 3. und 5. Monat stehen Kraftaufbau durch Aktivitäten wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen im Vordergrund. Ab dem 5.–6. Monat können Patienten mit Sprüngen und leichtem Sport beginnen – nach Freigabe durch den Operateur.
Die gesamte Erholungszeit bis zur Rückkehr zum Sport beträgt typischerweise rund 8–10 Monate, abhängig vom individuellen Verlauf und der ärztlichen Beurteilung.
2. Meniskusriss

Meniskusriss
Der Meniskus im Knie dient als Stoßdämpfer und verteilt die im Kniegelenk auftretenden Kräfte. Er ist halbmondförmig und sitzt zwischen den beiden Knochen des Kniegelenks – an der Innen- und Außenseite. Ein Meniskusriss tritt meist infolge einer Verdrehung, eines Aufpralls oder übermäßiger Belastung auf das Knie auf. Patienten mit Meniskusriss berichten häufig über Knieschwellung und Schmerzen, insbesondere entlang des Gelenkspaltes. Zusätzlich kann ein Meniskusriss in Verbindung mit einer vorderen Kreuzbandruptur (ACL) oder einer Knorpelverletzung im Knie auftreten.
Behandlungsmethoden
Zur Diagnosestellung werden Anamnese, körperliche Untersuchung und häufig ein MRT zur Beurteilung von Art und Ausmaß des Risses herangezogen. Bei einem Riss größer als 8–10 Millimeter ist in der Regel eine Operation erforderlich, da große Risse selten allein verheilen. Ohne Operation kann ein Meniskusriss zu Kniegelenksarthrose und weiteren Knieverletzungen führen. Heutzutage erfolgt die Meniskusnaht meist arthroskopisch, wobei eine kleine Kamera und spezielle Instrumente verwendet werden, um den Meniskus zu nähen. Ist der Riss zu groß oder der Meniskus nicht mehr zu retten, wird der geschädigte Anteil entfernt, um weitere Reibung oder Blockierungen im Knie zu vermeiden.
Nachbehandlung
Nach der Operation erfolgt ein Muskelaufbau- und Streckungstraining für das Knie. Krücken sind in der Regel für 4–6 Wochen erforderlich, danach ist eine Teil- bis Vollbelastung möglich. Ca. 3 Monate nach der Operation kann der Patient mit leichtem Joggen, Radfahren oder Schwimmen beginnen. Sportler können nach etwa 4–6 Monaten zum Sport zurückkehren. Bei begleitender ACL-Verletzung verlängert sich die Erholungszeit, da auch das vordere Kreuzband zusätzliche Aufmerksamkeit benötigt.
3. Knorpelverletzung im Knie
Knorpelverletzung im Knie
Knieknorpelverletzungen treten typischerweise in zwei Formen auf: Die erste Form entsteht durch direkte Gewalteinwirkung, wodurch Frakturen entstehen und Schmerzen sowie Schwellungen im Kniebereich nach der Verletzung auftreten. Die zweite Form entsteht ohne deutliches Unfallereignis, wenn sich Knorpel von selbst ablöst. Dies wird als osteochondritis dissecans (OCD) bezeichnet. Diese Erkrankung tritt häufig bei Sportlern sowie bei jüngeren Menschen im Alter von 10–20 Jahren mit Symptomen wie Schmerzen, Schwellungen oder einem Kniegelenkblock auf.
Behandlungsmethoden
Zur Diagnose werden eine genaue Anamnese, körperliche Untersuchung und ein MRT durchgeführt. Bei leichten Verletzungen mit nur geringem Knorpelschaden ist meist eine medikamentöse Therapie und Schonung – also Verzicht auf sportliche Kniebelastung für ca. 4–6 Wochen – ausreichend. Bei schweren Verletzungen, bei denen größere Knorpelteile beteiligt oder abgelöst sind, ist meist ein operativer Eingriff notwendig.
Die Operationsmethoden hängen von Größe und Lokalisation des Knorpelschadens ab und umfassen unter anderem:
- Arthroskopie mit Mikrofrakturierung, wobei kleine Löcher in den Knochen unter dem Knorpel gebohrt werden, um Heilung und Wiederherstellung zu stimulieren.
- Implantation eines Gerüstes (Scaffold), das als Struktur für das Knorpelwachstum dient.
- Osteochondrale Transplantation, bei der Knorpel aus einem weniger beanspruchten Bereich des Knies zur Reparatur des geschädigten Knorpels transplantiert wird.
Bei Knorpelschäden durch OCD sind die Behandlungsansätze ähnlich wie bei anderen Knorpelverletzungen. Nach Diagnosestellung werden Schweregrad, Ausmaß und Lokalisation bewertet, und gegebenenfalls wird eine Operation erwogen. Bei weniger ausgeprägten Schäden, z.B. kleinen Frakturen, können Schrauben verwendet werden, um den Knorpel zu fixieren und weitere Schäden zu verhindern. Schwerere Fälle erfordern möglicherweise eine arthroskopische Operation oder andere Verfahren zur Knorpelregeneration.
Nachbehandlung
Nach der Operation müssen Patienten in der Regel für 4–6 Wochen Krücken benutzen und Streckübungen des Knies durchführen. Nach 3 Monaten kann mit Muskelaufbau begonnen und die kniebelastenden Aktivitäten schrittweise gesteigert werden. Die vollständige Rückkehr zum Sport erfolgt meist nach 4–6 Monaten.
4. Springerknie (Patellarsehnenentzündung)

Springerknie (Patellarsehnenentzündung)
Das Springerknie ist eine häufige Erkrankung bei Sportlern oder Personen, die Sportarten mit häufigem Springen oder Sprungbewegungen ausüben, z. B. Basketballspieler, Fußballspieler, Leichtathleten, Badminton- oder Tennisspieler. Das Krankheitsbild umfasst chronische Schmerzen und Entzündung der Patellarsehne. Betroffene spüren typischerweise Schmerzen an der Vorderseite des Knies, insbesondere am oder oberhalb des Sehnenansatzes an der Patella. Die Schmerzen können manchmal in die Kniescheibe ausstrahlen. Die Entzündung der Patellarsehne kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen.
Behandlungsmethoden
Die Erstbehandlung beginnt mit einer gründlichen Diagnostik durch Anamnese, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls Röntgen des Knies. Die Behandlung umfasst oft:
- Medikamente: Einnahme von Schmerzmitteln oder Entzündungshemmern (NSAR), um Schmerzen und Schwellung zu lindern.
- Physiotherapie: Ein zentraler Bestandteil der Rehabilitation. Dabei stehen Kräftigungs- und Dehnübungen für die umgebenden Muskeln, insbesondere des Quadrizeps und des Tractus iliotibialis (ITB), im Fokus, um die Patellarsehne zu entlasten.
- Anpassung der Aktivitäten: Anpassung der sportlichen Belastung und Übungen, um eine Verschlimmerung zu vermeiden, während Mobilität und Muskelkraft erhalten bleiben.
Die Genesung vom Springerknie und die Rückkehr zum Sport erfolgen in der Regel, sobald vollständige Heilung und Schmerzfreiheit erreicht sind. Die Regenerationszeit liegt üblicherweise bei 2–4 Wochen, kann aber je nach Schweregrad der Verletzung variieren.
5. Patellainstabilität (lockere Patella)

Patellainstabilität (lockere Patella)
Die Patellainstabilität, also eine lockere Patella, tritt nicht nur bei Sportlern, sondern auch bei Personen mit überbeweglichen Bändern häufig auf. Häufig findet sie sich bei Menschen, die schon einmal eine Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung) erlitten haben oder deren Bandapparat grundsätzlich locker ist. Typisch sind Schmerzen an der Vorderseite des Knies sowie eine Vorgeschichte, in der die Patella nach außen verrutscht ist und durch medizinische Maßnahmen wieder eingerenkt wurde.
Behandlungsmethoden
Die Diagnose erfolgt durch ausführliche Anamnese, körperliche Untersuchung und oft ein Röntgenbild des Knies. In einigen Fällen kann ein MRT erforderlich sein, um das Ausmaß der Schädigung und eventuelle Zusatzverletzungen zu beurteilen.
Es gibt zwei Hauptbehandlungsansätze:
- Konservative Behandlung
Der Arzt schätzt das Risiko einer erneuten Luxation ab. Ist die Knochenstruktur im Knie weitgehend normal und nimmt der Patient keine hochbelastenden Aktivitäten auf, zielt die Behandlung auf die Kräftigung des Quadrizeps, insbesondere des VMO (Vastus Medialis Obliquus)-Muskels, ab – dieser stabilisiert das Knie. Kräftigungsübungen wie Radfahren oder Kniebeugen verbessern die Muskelkraft und straffen das mediale patellofemorale Ligament (MPFL), wodurch das Risiko eines erneuten Herausspringens der Patella sinkt.
- Operative Behandlung
Für Patienten mit häufigen Patellaluxationen oder Sportler, die stark auf die Knie angewiesen sind, kann eine Operation notwendig sein. Das Verfahren beinhaltet typischerweise eine MPFL-Rekonstruktion, ähnlich wie bei der ACL-Rekonstruktion, mit dem Fokus auf die Neubildung eines Bandes im Knie. Dabei wird eine körpereigene Sehne, zum Beispiel aus der Oberschenkelrückseite oder aus dem Quadrizeps, als neues MPFL verwendet. Bei knöchernen Problemen um das Knie kann eine Osteotomie zur Korrektur der Knochenstellung durchgeführt werden.
Nachbehandlung
Nach der Operation darf das Knie bei Schmerzfreiheit sofort belastet werden, allerdings ist meist das Tragen einer Knieorthese für etwa einen Monat erforderlich, um ein zu starkes Beugen zu verhindern. Nach einem Monat beginnt die Rehabilitation zur Verbesserung der Beugung und zur schrittweisen Rückkehr zu leichter Aktivität. Die vollständige Genesung und Rückkehr zum Sport erfolgt normalerweise nach 4–6 Monaten.
Wie Sie Knieverletzungen beim Sport vorbeugen und Ihre Knie schützen können
Solange Sie regelmäßig oder professionell Sport treiben, bleibt das Risiko für Knieverletzungen bestehen. Dennoch gibt es Maßnahmen, mit denen sich das Verletzungsrisiko durch gezieltes Training von Körper und Muskulatur sowie die Aufrechterhaltung einer positiven mentalen Einstellung verringern lässt. Sind Körper, Muskeln und Geist nicht optimal vorbereitet, leidet die Beweglichkeit beim Sport, wodurch die Wahrscheinlichkeit für Kollisionen und Unfälle steigt. Auch das Training in einer geeigneten Umgebung, also auf den richtigen Sportplätzen, die den Standards entsprechen und weder rutschig noch uneben sind, ist essenziell. Das Spielen auf schlechten Untergründen erhöht das Risiko für Knieverletzungen deutlich.
Knieprobleme sind bei Sportlern und Sportbegeisterten weit verbreitet. Es ist daher unerlässlich, dass jeder, der Sport treibt, über diese Krankheitsbilder Bescheid weiß. Dieses Wissen hilft, sich besser zu schützen und ungewöhnliche Symptome früh zu erkennen. Sollten Sie auffällige Beschwerden bemerken, ignorieren Sie diese nicht und setzen Sie das Training nicht fort, solange Beschwerden bestehen – das Risiko für weitere Schäden und eine langwierige Behandlung steigt. Werden Knieverletzungen ignoriert, kann dies das eigene Leben und die sportliche Karriere erheblich beeinträchtigen.
Man sollte sich bewusst machen, dass Knieprobleme oft in Kombination mit mehreren Erkrankungen auftreten – etwa ein Riss des vorderen Kreuzbandes zusammen mit Meniskusriss oder Knorpelschaden. Je länger die Behandlung hinausgezögert wird, desto schwerer kann die Verletzung werden. Die Konsultation eines Arztes zur Diagnostik und Therapieplanung ist der beste Weg, um starke Knie und eine gute Lebensqualität zu erhalten und ohne Komplikationen zu Ihren Aktivitäten zurückzukehren.
Quelle: KDMS Hospital
**Übersetzt und zusammengestellt vom ArokaGO Content Team
Unabhängiger Autor
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