Koronare Herzkrankheit: Ein ernstes Risiko, das Raucher nicht ignorieren sollten

Was ist die koronare Herzkrankheit?
Die koronare Herzkrankheit ist eine der häufigsten Formen der Herzerkrankung. Sie tritt auf, wenn die Arterien, die das Herz mit Blut versorgen, verengt oder blockiert werden.
Wenn der Herzmuskel nicht genügend sauerstoffreiches Blut erhält, kann eine Myokardischämie entstehen. Ist der Blutfluss stark oder vollständig blockiert, kann ein Teil des Herzmuskels geschädigt werden, was zu einem Herzinfarkt führt.
Warum werden die Koronararterien enger?
Eine Verengung der Koronararterien entsteht meist durch Atherosklerose, eine Erkrankung, bei der sich die Arterienwände verdicken und verhärten.
Fettablagerungen, Cholesterin, Kalzium und andere Substanzen lagern sich allmählich in den Koronararterien ab und bilden Plaques. Wenn diese Plaques wachsen, wird der Innenraum der Arterien enger und die Blutzufuhr zum Herzen reduziert.
Eine Plaque kann auch plötzlich rupturieren und die Bildung eines Blutgerinnsels auslösen, das die Arterie teilweise oder vollständig blockieren und einen akuten Herzinfarkt verursachen kann.
Wer ist gefährdet?
Risikofaktoren lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen.
Risikofaktoren, die nicht kontrolliert werden können
๐ Zunehmendes Alter
๐ Familienanamnese und Genetik
๐ Biologisches Geschlecht
Männer haben im Allgemeinen ein höheres Risiko als prämenopausale Frauen. Nach der Menopause wird das Risikoniveau zwischen Männern und Frauen ähnlicher.
Risikofaktoren, die kontrolliert werden können
๐ Rauchen
๐ Diabetes mellitus
๐ Bluthochdruck
๐ Erhöhte Blutcholesterinwerte
๐ Übergewicht oder Adipositas
๐ Körperliche Inaktivität
๐ Ungesunde Ernährung
Rauchen ist besonders schädlich, da es die Arterienwände schädigt, die Blutgerinnselbildung fördert, den Sauerstoffgehalt im Blut senkt und das Herz stärker arbeiten lässt.
Warnzeichen der koronaren Herzkrankheit
Die Symptome variieren je nach Ort und Schweregrad der Verengung. Manche Menschen verspüren möglicherweise keine offensichtlichen Symptome, bis die Erkrankung schwer wird.
Akute Symptome
Ein akuter Verschluss der Koronararterie kann sich rasch entwickeln und schwere Symptome verursachen, darunter:
๐ Starke Enge oder Druckgefühl in der Brust
๐ Plötzliche Atemnot
๐ Ohnmacht oder Bewusstseinsverlust
๐ Kaltschweißigkeit
๐ Übelkeit oder Erbrechen
๐ Herzrhythmusstörungen
๐ Herzstillstand in schweren Fällen
Diese Symptome erfordern sofortige notfallmedizinische Versorgung.
Chronische Symptome
Bei einer chronischen koronaren Herzkrankheit kann die Arterie verengt, aber nicht vollständig blockiert sein. Ein gewisser Blutfluss ist weiterhin möglich, auch wenn er bei körperlicher Belastung unzureichend sein kann.
Mögliche Symptome sind:
๐ Bei manchen Patienten keine bemerkbaren Symptome
๐ Brustbeschwerden bei Sport oder anstrengender Aktivität
๐ Atemnot
๐ Schnelleres Ermüden als gewöhnlich
๐ Schwierigkeiten, tief durchzuatmen
Das häufigste Symptom ist Druck, Enge oder ein Beklemmungsgefühl in der Mitte oder linken Brustseite. Die Beschwerden können ausstrahlen in:
๐ Den linken Arm
๐ Beide Arme
๐ Die Schulter
๐ Den Hals
๐ Den Kiefer
๐ Den Rücken
Manche Menschen können außerdem Schwitzen, Palpitationen, Schwindel oder ungewöhnliche Müdigkeit verspüren.
Wie wird die koronare Herzkrankheit diagnostiziert?
Ärzte können je nach Symptomen und Risikoniveau mehrere Untersuchungen einsetzen.
Elektrokardiogramm
Ein Elektrokardiogramm, oder ECG/EKG, ist ein schneller Ersttest, der die elektrische Aktivität des Herzens aufzeichnet.
Es kann helfen, Herzrhythmusstörungen und Anzeichen einer verminderten Durchblutung zu erkennen, insbesondere während eines akuten Herzinfarkts.
Ein normales EKG schließt eine koronare Herzkrankheit jedoch nicht immer aus.
Bluttest auf kardiale Enzyme
Wenn der Herzmuskel aufgrund unzureichender Blutversorgung geschädigt wird, werden Substanzen wie kardiales Troponin in den Blutkreislauf freigesetzt.
Ein Test auf kardiale Enzyme kann daher helfen, einen akuten Herzinfarkt zu diagnostizieren und das Ausmaß der Schädigung des Herzmuskels zu beurteilen.
Echokardiogramm
Ein Echokardiogramm verwendet Schallwellen, um Bilder des Herzens zu erzeugen.
Es ermöglicht Ärzten die Beurteilung von:
๐ Struktur und Größe des Herzens
๐ Stärke der Kontraktion des Herzmuskels
๐ Bewegung der Herzwände
๐ Öffnen und Schließen der Herzklappen
๐ Allgemeine Pumpfunktion des Herzens
Belastungstest
Ein Belastungstest beurteilt, wie das Herz reagiert, wenn es stärker arbeiten muss.
Der Patient kann auf einem Laufband gehen oder laufen oder ein stationäres Fahrrad benutzen, während Herzrhythmus, Blutdruck und Symptome überwacht werden.
Ärzte achten auf Warnzeichen wie:
๐ Engegefühl in der Brust
๐ Palpitationen
๐ Schwindel oder Benommenheit
๐ Ungewöhnliche Atemnot
๐ Veränderungen im Elektrokardiogramm
Eine weitere Option ist ein Belastungsechokardiogramm, bei dem Ultraschallbilder verwendet werden, um zu beurteilen, ob sich der Herzmuskel während der Belastung abnormal zusammenzieht. Es kann auch helfen, die Herzklappenfunktion zu bewerten, während das Herz stärker arbeitet.
CT-Scan
Koronarer Kalzium-Score
Eine kardiale CT-Untersuchung kann Kalziumablagerungen in den Koronararterien messen und einen koronaren Kalzium-Score berechnen.
Vorteile sind:
๐ In der Regel ist keine Kontrastmittelgabe erforderlich.
๐ Die Untersuchung dauert normalerweise weniger als 15 Minuten.
๐ Sie liefert eine numerische Schätzung der Kalziumlast in den Arterien.
Ein höherer Kalzium-Score weist im Allgemeinen auf eine größere Menge an koronarer Plaque und ein höheres Risiko für eine koronare Herzkrankheit hin. Ärzte können das Ergebnis zusammen mit anderen Risikofaktoren verwenden, um das weitere Vorgehen zu planen.
Koronare CT-Angiographie
Die koronare CT-Angiographie liefert detaillierte Bilder der Koronararterien, nachdem Kontrastmittel in den Blutkreislauf injiziert wurde.
Sie kann Ärzten helfen, Folgendes zu beurteilen:
๐ Die Lage verengter Arterien
๐ Den Schweregrad jeder Blockade
๐ Auffälligkeiten in der Struktur der Koronararterien
๐ Den Zustand der Arterien nach bestimmten Herzverfahren
Kardiale MRT
Die kardiale Magnetresonanztomographie liefert detaillierte Informationen über:
๐ Größe und Dicke des Herzmuskels
๐ Kontraktion und Pumpfunktion des Herzens
๐ Verengung oder Undichtigkeit der Herzklappen
๐ Areale von Narbengewebe im Herzen
๐ Schweregrad der verminderten Blutversorgung des Herzmuskels
Die Untersuchung kann länger dauern als andere Tests. Die Patienten müssen ruhig liegen bleiben und werden möglicherweise gebeten, während der Bildaufnahme für kurze Zeit die Luft anzuhalten.
Koronarangiographie und Herzkatheteruntersuchung
Die Koronarangiographie ist ein invasiver Eingriff, der sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung verwendet werden kann.
Ein kleiner Katheter mit einem Durchmesser von normalerweise etwa 1-2 Millimetern wird durch eine Arterie am Handgelenk oder in der Leiste eingeführt und zum Herzen vorgeschoben. Anschließend wird Kontrastmittel injiziert, um zu zeigen, ob die Koronararterien verengt oder blockiert sind.
Wird eine schwere Blockade festgestellt, können Ärzte im gleichen Eingriff eine Ballonangioplastie durchführen und einen Stent einsetzen.
Der Eingriff wird in der Regel unter Lokalanästhesie durchgeführt und erfordert meist keine Allgemeinanästhesie.
Behandlung der koronaren Herzkrankheit
Die Behandlung hängt von Schweregrad und Lage der Blockade, den Symptomen des Patienten, den Untersuchungsergebnissen und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
Zusätzlich zu Medikamenten und Kontrolle der Risikofaktoren können zwei größere Eingriffe in Betracht gezogen werden.
Ballonangioplastie und Stentimplantation
Ein kleiner Katheter mit einem Ballon an der Spitze wird durch eine Arterie eingeführt und zur verengten Stelle geführt.
Der Ballon wird aufgeblasen, um die Arterie zu erweitern; anschließend wird meist ein kleines Netzröhrchen, ein sogenannter Stent, in die Arterie eingesetzt, um sie offen zu halten.
Dieses Verfahren hilft, die Durchblutung des Herzmuskels zu verbessern und durch eine schwere Verengung verursachte Symptome zu lindern.
Koronare Bypass-Operation
Eine koronare Bypass-Operation, oder CABG, wird häufig in Betracht gezogen, wenn:
๐ Mehrere Koronararterien stark verengt sind.
๐ Die Blockade sich in einem wichtigen Bereich der koronaren Zirkulation befindet.
๐ Die Arterie für eine Ballonangioplastie ungeeignet ist.
๐ Frühere Eingriffe keine ausreichenden Ergebnisse gebracht haben.
Während der Operation wird ein gesundes Blutgefäß aus Brust, Arm oder Bein mit der Koronararterie verbunden, um einen neuen Weg um die Blockade herum zu schaffen. Dadurch kann das Blut den Herzmuskel effektiver erreichen.
Nachsorge nach der Behandlung
Nach einer Behandlung der koronaren Herzkrankheit benötigen Patienten möglicherweise eine Langzeitmedikation, einschließlich Thrombozytenaggregationshemmer, gemäß den Anweisungen des Kardiologen. Diese Medikamente helfen, das Risiko von Blutgerinnseln und eines erneuten Arterienverschlusses zu verringern.
Patienten sollten Thrombozytenaggregationshemmer nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt absetzen, insbesondere nach einer Stentimplantation.
Die koronare Herzkrankheit kann nicht immer dauerhaft geheilt werden, da die Atherosklerose weiter fortschreiten kann. Eine langfristige Betreuung ist daher unerlässlich.
Empfohlene Maßnahmen sind:
๐ Komplett mit dem Rauchen aufhören.
๐ Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker kontrollieren.
๐ Ein gesundes Körpergewicht halten.
๐ Regelmäßig gemäß ärztlicher Empfehlung Sport treiben.
๐ Lebensmittel mit wenig gesättigten Fettsäuren, Transfettsäuren, Zucker und Natrium wählen.
๐ Verordnete Medikamente konsequent einnehmen.
๐ Regelmäßige Nachsorgetermine wahrnehmen.
Zusammenfassung
Die koronare Herzkrankheit entsteht, wenn die Blutgefäße, die das Herz versorgen, durch Atherosklerose und Plaqueansammlung verengt oder blockiert werden. Rauchen ist einer ihrer wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren.
Die Symptome können von keinen bemerkbaren Beschwerden bis hin zu Engegefühl in der Brust, Atemnot, Schmerzen mit Ausstrahlung in Arm oder Kiefer, Ohnmacht oder Herzstillstand reichen.
Eine frühe Diagnostik und Behandlung können helfen, Schäden am Herzmuskel zu verringern und schwere Komplikationen zu verhindern. Raucher sollten daher möglichst früh mit dem Rauchen aufhören und eine entsprechende kardiovaskuläre Risikobeurteilung durchführen lassen, insbesondere wenn weitere Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte oder Adipositas ebenfalls vorliegen.
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