IPD

Pneumokokken können in Nase und Rachen leben, ohne Symptome zu verursachen. Sie können von Mensch zu Mensch durch Atemtröpfchen und Sekrete übertragen werden, die beim Husten, Niesen oder engem Kontakt freigesetzt werden.
Der Begriff invasive Pneumokokkenerkrankung wird verwendet, wenn die Bakterien in normalerweise sterile Körperbereiche eindringen, wie den Blutkreislauf oder die Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark umgibt.
IPD kann schwere Erkrankungen verursachen, insbesondere:
๐ Meningitis
๐ Blutstrominfektion oder Bakteriämie
๐ Sepsis
๐ Pneumonie mit Blutstrominfektion
Pneumokokken sind auch eine wichtige Ursache nicht-invasiver Infektionen wie Mittelohrentzündungen, Sinusitis und некоторых Formen der Pneumonie.
Symptome einer Pneumokokkeninfektion
Symptome und Schweregrad hängen vom betroffenen Körperteil ab.
Infektion des Nervensystems
Wenn Pneumokokkenbakterien eine Meningitis verursachen, können Kinder folgende Symptome haben:
๐ Hohes Fieber
๐ Starke Kopfschmerzen
๐ Übelkeit und Erbrechen
๐ Nackensteifigkeit
๐ Lichtempfindlichkeit
๐ Krampfanfälle
Meningitis kann bei Säuglingen schwerer zu erkennen sein. Mögliche Anzeichen sind:
๐ Reizbarkeit oder anhaltendes Weinen
๐ Ungewöhnliche Schläfrigkeit
๐ Schlechtes Trinken oder Verweigerung des Stillens
๐ Erbrechen
๐ Krampfanfälle
๐ Verminderte Reaktionsfähigkeit
Ohne rasche Behandlung kann eine Pneumokokken-Meningitis Hirnschäden, Hörverlust, langfristige Behinderung oder den Tod verursachen.
Blutstrominfektion
Kinder mit einer Pneumokokken-Blutstrominfektion können Folgendes entwickeln:
๐ Hohes Fieber
๐ Reizbarkeit
๐ Ungewöhnliches Schreien
๐ Schläfrigkeit
๐ Schnelle Atmung
๐ Verminderte Wachheit
Eine schwere Blutstrominfektion kann zu Sepsis, niedrigem Blutdruck, Schock, Organversagen oder Tod fortschreiten.
Die Bakterien können sich außerdem über den Blutkreislauf auf andere Organe ausbreiten, einschließlich Gehirn, Lunge, Knochen und Gelenke.
Infektionen der oberen Atemwege und des Ohres
Eine Pneumokokkeninfektion kann eine Mittelohrentzündung oder Sinusitis verursachen.
Mögliche Symptome sind:
๐ Fieber
๐ Ohrenschmerzen
๐ Reizbarkeit
๐ Ohrsekretion
๐ Vermindertes Hörvermögen
๐ Nasenverstopfung oder Gesichtsbeschwerden
Wenn eine Mittelohrentzündung nicht angemessen behandelt wird, können folgende Komplikationen auftreten:
๐ Chronischer Ohrenausfluss
๐ Ein perforiertes Trommelfell
๐ Hörbeeinträchtigung
๐ Verzögerte Sprach- und Sprachentwicklung
๐ Ausbreitung der Infektion auf benachbartes Gewebe oder das Gehirn
Infektion der unteren Atemwege
Pneumokokkenpneumonie kann Folgendes verursachen:
๐ Fieber
๐ Husten
๐ Schnelle Atmung
๐ Atemnot
๐ Brustbeschwerden
๐ Erschwerte Atmung
๐ Vermindertes Trinken bei Säuglingen
Schwere Fälle können Sauerstofftherapie, mechanische Beatmung oder intensive stationäre Behandlung erfordern.
Kinder mit erhöhtem IPD-Risiko
Obwohl jedes Kind an einer Pneumokokkenerkrankung erkranken kann, ist das Risiko höher bei:
๐ Kindern unter zwei Jahren
๐ Kindern mit chronischer Herzerkrankung
๐ Kindern mit chronischer Lungenerkrankung
๐ Kindern mit chronischer Lebererkrankung
๐ Kindern ohne Milz oder mit nicht richtig funktionierender Milz
๐ Kindern in Kindertagesstätten oder Krippen
๐ Kindern mit geschwächtem Immunsystem
๐ Kindern mit Liquorleck
๐ Kindern mit Cochlea-Implantaten
Wie wird IPD behandelt?
Pneumokokkeninfektionen werden in der Regel mit Antibiotika behandelt.
Leichte oder lokalisierte Infektionen
Weniger schwere Infektionen, wie ausgewählte Fälle von Mittelohrentzündung oder Sinusitis, können bei medizinischer Notwendigkeit durch einen Arzt mit oralen Antibiotika behandelt werden.
Die Behandlung hängt ab von:
๐ Dem Alter des Kindes
๐ Ort und Schwere der Infektion
๐ Vorheriger Antibiotikaanwendung
๐ Lokalen Mustern der Antibiotikaresistenz
๐ Den zugrunde liegenden Gesundheitszuständen des Kindes
Invasive Pneumokokkenerkrankung
Kinder mit IPD müssen in der Regel stationär aufgenommen werden.
Die Behandlung kann Folgendes umfassen:
๐ Intravenöse Antibiotika
๐ Intravenöse Flüssigkeitsgabe
๐ Sauerstoffunterstützung
๐ Medikamente zur Kontrolle von Krampfanfällen
๐ Behandlung von niedrigem Blutdruck oder Schock
๐ Respiratorische Unterstützung in schweren Fällen
๐ Engmaschige Überwachung auf Komplikationen
Eine rasche Behandlung ist besonders wichtig, wenn Meningitis oder Sepsis vermutet wird.
Antibiotikaresistenz
Obwohl Pneumokokkenerkrankungen mit Antibiotika behandelt werden können, sind einige Stämme von Streptococcus pneumoniae gegen häufig verwendete Medikamente resistent geworden.
Antibiotikaresistenz bedeutet, dass sich Bakterien anpassen und durch Medikamente, die zuvor wirksam waren, nicht mehr effektiv kontrolliert werden können.
Dies kann zu Folgendem führen:
๐ Komplizierterer Behandlung
๐ Bedarf an stärkeren oder alternativen Antibiotika
๐ Längeren Krankenhausaufenthalten
๐ Höherem Risiko für Komplikationen
๐ Erhöhten Behandlungskosten
Antibiotika sollten daher nur bei entsprechender Verordnung eingesetzt und in der vollständig empfohlenen Dauer eingenommen werden.
Wie das Risiko von IPD bei Kindern verringert werden kann
1. Gute Hygiene praktizieren
Bringen Sie Kindern Folgendes bei:
๐ Regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife.
๐ Mund und Nase beim Husten oder Niesen bedecken.
๐ Ein Taschentuch verwenden oder in die Armbeuge husten.
๐ Die Augen, die Nase und den Mund nicht mit ungewaschenen Händen berühren.
2. Engen Kontakt mit kranken Personen vermeiden
Kinder sollten engen Kontakt mit Personen, die Fieber, Atemwegsinfektionen oder erkältungsähnliche Symptome haben, möglichst vermeiden.
Persönliche Gegenstände wie Trinkbecher, Löffel, Flaschen und Zahnbürsten sollten nicht gemeinsam benutzt werden.
3. Stillen unterstützen
Muttermilch liefert Nährstoffe und Antikörper, die das sich entwickelnde Immunsystem eines Säuglings unterstützen.
4. Unnötige Exposition gegenüber überfüllten Orten vermeiden
Säuglinge und Kleinkinder können in überfüllten oder schlecht belüfteten Umgebungen leichter Atemtröpfchen ausgesetzt sein.
Vermeiden Sie während Ausbrüchen unnötige Besuche an überfüllten Orten und achten Sie auf gute Belüftung in Innenräumen.
5. Pneumokokkenimpfung erhalten
Die Pneumokokkenimpfung ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um das Risiko einer schweren Pneumokokkenerkrankung zu verringern.
Die Impfung kann ab einem Alter von etwa zwei Monaten beginnen. Ein häufig verwendetes Impfschema für Säuglinge umfasst Dosen im Alter von:
๐ Zwei Monaten
๐ Vier Monaten
๐ Sechs Monaten
๐ Eine Auffrischungsdosis zwischen 12 und 15 Monaten
Die genaue Anzahl der Dosen und der Zeitpunkt hängen vom Impfstoff, vom Alter des Kindes, von der bisherigen Impfgeschichte, von medizinischen Risikofaktoren und vom vom Arzt empfohlenen Impfplan ab.
Wann sofort medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden sollte
Eltern sollten umgehend medizinische Hilfe suchen, wenn ein Kind Folgendes entwickelt:
๐ Hohes Fieber mit ungewöhnlicher Schläfrigkeit
๐ Schwierigkeiten beim Aufwecken oder verminderte Reaktionsfähigkeit
๐ Nackensteifigkeit
๐ Krampfanfälle
๐ Schnelle oder erschwerte Atmung
๐ Blaue Lippen oder blaue Haut
๐ Verweigerung von Trinken oder Stillen
๐ Wiederholtes Erbrechen
๐ Einen ausgedehnten violetten oder roten Ausschlag
๐ Zeichen eines Schocks, wie kalte Haut, Schwäche oder verminderte Bewusstseinslage
IPD kann sich schnell entwickeln. Eine frühe Diagnose und rasche Behandlung können das Risiko schwerer Komplikationen, bleibender Behinderungen und des Todes verringern.
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