Krankheit Lungenentzündung

Pneumonie kann Menschen jeden Alters betreffen. Infektiöse Pneumonie ist jedoch häufiger und kann bei Kindern unter zwei Jahren sowie bei Erwachsenen ab 65 Jahren schwerer verlaufen.
Zu den weiteren Risikogruppen gehören:
๐ Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden, insbesondere auf einer Intensivstation
๐ Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung oder Herzerkrankungen
๐ Menschen mit geschwächtem Immunsystem, einschließlich Personen mit HIV, Empfängern von Organtransplantaten, Krebspatienten unter Chemotherapie und Personen, die über längere Zeit immunsuppressive Medikamente einnehmen
๐ Menschen, die regelmäßig rauchen
Ursachen der Pneumonie
Pneumonie kann durch infektiöse oder nicht infektiöse Ursachen entstehen.
1. Infektiöse Ursachen
Eine Infektion ist die häufigste Ursache. Der beteiligte Mikroorganismus kann je nach Alter, Beruf, Grunderkrankungen, Immunstatus, Reiseanamnese, Rauchgewohnheiten und Umgebung des Patienten variieren.
Mögliche infektiöse Ursachen sind:
๐ Viren: Respiratory-Syncytial-Virus, Influenzaviren und Coronaviren
๐ Bakterien: Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae und atypische Bakterien
๐ Pilze: Pilzpneumonie ist seltener und betrifft eher Menschen mit geschwächtem Immunsystem
2. Nicht infektiöse Ursachen
Eine Entzündung der Lunge kann auch ohne Infektion entstehen. Mögliche Ursachen sind:
๐ Staub
๐ Rauch
๐ Reizende Chemikalien oder Dämpfe
๐ Bestimmte Chemotherapeutika
๐ Einige Medikamente zur Kontrolle von Herzrhythmusstörungen
Eine nicht infektiöse Entzündung des Lungengewebes kann auch als Pneumonitis bezeichnet werden.
Wie die Infektion die Lunge erreicht
Pneumonieverursachende Mikroorganismen können auf mehreren Wegen in die Lunge gelangen oder sich dort ausbreiten.
Respiratorische Tröpfchen
Die Infektion kann sich ausbreiten, wenn eine Person Tröpfchen einatmet, die durch Husten, Niesen, Sprechen oder engen Atemkontakt freigesetzt werden.
Aspiration
Speichel, Nahrung, Erbrochenes oder Verdauungssekrete können versehentlich in die Lunge gelangen.
Eine Aspirationspneumonie ist häufiger bei älteren Erwachsenen und Menschen mit chronischen Erkrankungen, Schluckstörungen, vermindertem Bewusstsein oder neurologischen Erkrankungen.
Ausbreitung über den Blutkreislauf
Eine Infektion an einer anderen Stelle des Körpers kann sich über den Blutkreislauf auf die Lunge ausbreiten.
Dies kann bei Patienten mit langfristigen Harnkathetern, zentralvenösen Kathetern oder Blutstrominfektionen auftreten.
Ausbreitung von benachbarten Organen
Eine Infektion in einem benachbarten Organ kann in die Lunge übergreifen. Zum Beispiel kann ein Leberabszess rupturieren und die Infektion in das umliegende Gewebe ausbreiten.
Healthcare-assoziierte Infektion
Pneumonie kann gelegentlich mit medizinischen Verfahren oder kontaminiertem Equipment in Verbindung stehen, einschließlich:
๐ Bronchoskopie
๐ Absaugung der Atemwege
๐ Mechanische Beatmung
๐ Geräte zur Lungenfunktionsprüfung
๐ Vernebler oder Befeuchtungsgeräte
๐ Unzureichende Händehygiene des medizinischen Personals
Strenge Infektionskontrollmaßnahmen helfen, diese Risiken zu verringern.
Symptome der Pneumonie
Die Schwere der Symptome variiert je nach Ursache der Infektion, Alter des Patienten und Allgemeingesundheit.
Häufige Symptome sind:
๐ Husten mit Auswurf
๐ Brustschmerzen beim Atmen oder Husten
๐ Beschleunigte Atmung
๐ Atemnot oder erschwerte Atmung
๐ Fieber
๐ Schwitzen und Schüttelfrost
๐ Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
๐ Müdigkeit und Schwäche
Symptome bei älteren Erwachsenen
Ältere Erwachsene können atypischere Symptome haben, darunter:
๐ Schläfrigkeit
๐ Verwirrtheit
๐ Verminderte Aufmerksamkeit
๐ Eine niedrigere als normale Körpertemperatur
๐ Allgemeine Schwäche ohne hohes Fieber
Symptome bei Säuglingen und kleinen Kindern
Säuglinge und kleine Kinder können Folgendes haben:
๐ Bauchblähung
๐ Erbrechen
๐ Ungewöhnliche Schläfrigkeit
๐ Schlechte Nahrungsaufnahme
๐ Verweigerung des Stillens, Trinkens oder Essens
๐ Schnelle oder angestrengte Atmung
Behandlung der Pneumonie
Die Behandlung zielt darauf ab, die zugrunde liegende Infektion zu kontrollieren, Symptome zu lindern, die Atmung zu unterstützen und Komplikationen zu verhindern.
Spezifische Behandlung
Eine bakterielle Pneumonie erfordert eine rasche und geeignete Antibiotikatherapie.
Der Arzt wählt ein Antibiotikum anhand von Faktoren wie:
๐ Alter
๐ Grunderkrankungen
๐ Immunstatus
๐ Reiseanamnese
๐ Umweltbelastung
๐ Frühere Antibiotikaanwendung innerhalb der letzten drei Monate
๐ Risikofaktoren für antibiotikaresistente Bakterien
Antibiotika sollten genau wie verordnet eingenommen werden und nicht unnötig verwendet werden, da unsachgemäßer Gebrauch zur antimikrobiellen Resistenz beitragen kann.
Unterstützende Behandlung
Virale Pneumonie und andere Formen der Pneumonie können eine unterstützende Behandlung erfordern.
Die Behandlung kann Folgendes umfassen:
๐ Fiebersenkende Medikamente
๐ Bronchodilatatoren, wenn geeignet
๐ Medikamente, die helfen, den Auswurf zu lösen
๐ Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
๐ Intravenöse Flüssigkeit bei schweren Fällen
๐ Zusätzlicher Sauerstoff
๐ Brustphysiotherapie bei ausgewählten Patienten
Schwer erkrankte Patienten können eine Krankenhausaufnahme, Atemunterstützung oder Behandlung auf einer Intensivstation benötigen.
Behandlung von Komplikationen
Eine wichtige Komplikation tritt auf, wenn sich Bakterien von der Lunge in den Blutkreislauf ausbreiten und möglicherweise Infektionen in anderen Organen verursachen.
Weitere mögliche Komplikationen sind:
๐ Sepsis
๐ Lungenabszess
๐ Flüssigkeit um die Lunge herum
๐ Infizierte Flüssigkeit in der Pleurahöhle
๐ Respiratorische Insuffizienz
Vorbeugung von Pneumonie
Impfung
Eine Impfung kann helfen, das Risiko und die Schwere bestimmter Infektionen zu verringern, die zu einer Pneumonie führen können.
Eine Impfung ist besonders wichtig für:
๐ Kinder unter zwei Jahren
๐ Erwachsene ab 65 Jahren
๐ Menschen mit geschwächtem Immunsystem
๐ Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen
Empfohlene Impfstoffe können sein:
๐ Influenza-Impfstoff: Hilft, das Risiko einer Influenza und damit verbundener Komplikationen zu senken
๐ Pneumokokken-Impfstoff: Hilft, vor Erkrankungen zu schützen, die durch Streptococcus pneumoniae verursacht werden, auch Pneumokokken genannt
Pneumokokken-Impfstoffe umfassen:
๐ Pneumokokken-Konjugatimpfstoffe, wie PCV13
๐ Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff, wie PPSV23
Die geeignete Impfstoffart, Reihenfolge und das Intervall hängen von Alter, Krankengeschichte, Immunstatus und früherer Impfung ab. Ein Arzt sollte den für jede Person am besten geeigneten Impfplan festlegen.
Praktische Maßnahmen zur Risikoreduktion
Rauchen Sie nicht
Rauchen schädigt die natürlichen Abwehrmechanismen der Lunge und macht Atemwegsinfektionen wahrscheinlicher.
Gute persönliche Hygiene aufrechterhalten
๐ Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände.
๐ Vermeiden Sie es, Mund, Nase und Augen mit ungewaschenen Händen zu berühren.
๐ Vermeiden Sie engen Kontakt mit Menschen, die Atemwegsinfektionen haben.
๐ Begrenzen Sie die Zeit in überfüllten oder schlecht belüfteten Orten während Ausbrüchen.
Reizstoffe der Atemwege vermeiden
Reduzieren Sie die Exposition gegenüber:
๐ Zigarettenrauch
๐ Rauch von Feuer oder Kochen
๐ Abgasen von Fahrzeugen
๐ Staub und Luftverschmutzung
๐ Starken chemischen Dämpfen
Bei Atemwegsinfektionen ärztliche Hilfe suchen
Ignorieren Sie keine Erkältung oder Influenza, die sich weiter verschlechtert. Eine ärztliche Untersuchung wird empfohlen, wenn Symptome wie anhaltendes Fieber, Brustschmerzen, Atemnot oder starke Schwäche auftreten.
Das Immunsystem unterstützen
๐ Schlafen Sie ausreichend.
๐ Essen Sie eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung.
๐ Bewegen Sie sich regelmäßig entsprechend Ihrer körperlichen Verfassung.
๐ Behandeln Sie chronische Erkrankungen konsequent.
Übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden
Starker Alkoholkonsum kann die Aufmerksamkeit vermindern und das Risiko erhöhen, dass Speichel, Nahrung oder Erbrochenes in die Lunge gelangen.
Wann sofort ärztliche Hilfe gesucht werden sollte
Dringende medizinische Versorgung ist erforderlich, wenn Pneumoniesymptome begleitet werden von:
๐ Schwerer Atemnot
๐ Bläulichen Lippen oder Fingerkuppen
๐ Starken Brustschmerzen
๐ Verwirrtheit oder vermindertem Bewusstsein
๐ Sehr schneller Atmung
๐ Anhaltend hohem Fieber
๐ Unfähigkeit zu essen oder zu trinken
๐ Rasch zunehmenden Symptomen
Eine frühe Diagnose und geeignete Behandlung können das Risiko schwerer Komplikationen verringern und die Genesung verbessern.
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