Warum gehen einige Schlaganfallpatienten mit guter Beinmuskulatur dennoch mit einer Kniehyperextension (Genu recurvatum)?

Während der Standphase wird das Knie nicht von einem einzelnen Muskel stabilisiert, sondern durch eine 𝗮𝘂𝘀𝗴𝗲𝘄𝗼𝗴𝗲𝗻𝗲, 𝘀𝗲𝗵𝗿 𝗴𝘂𝘁 𝗮𝗯𝗴𝗲𝘀𝘁𝗶𝗺𝗺𝘁𝗲 𝗸𝗼-𝗞𝗼𝗻𝘁𝗿𝗮𝗸𝘁𝗶𝗼𝗻 𝘃𝗼𝗻 𝗤𝘂𝗮𝗱𝗿𝗶𝗰𝗲𝗽𝘀 𝘂𝗻𝗱 𝗛𝗮𝗺𝘀𝘁𝗿𝗶𝗻𝗴𝘀. Gleichzeitig verändert sich die auf die Extremität wirkende 𝗕𝗼𝗱𝗲𝗻𝗿𝗲𝗮𝗸𝘁𝗶𝗼𝗻𝘀𝗸𝗿𝗮𝗳𝘁 (𝗚𝗥𝗙) während des ganzen Standes ständig in 𝗚𝗿𝗼̈ß𝗲 𝘂𝗻𝗱 𝗥𝗶𝗰𝗵𝘁𝘂𝗻𝗴, vom Fersenkontakt über die mittlere Standphase bis zum Abstoß.
Was das Nervensystem also lernen muss, ist nicht allein Kraft, sondern eine 𝗱𝘆𝗻𝗮𝗺𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗞𝗻𝗶𝗲𝘀𝘁𝗮𝗯𝗶𝗹𝗶𝘀𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴𝘀𝗳𝗲𝗿𝘁𝗶𝗴𝗸𝗲𝗶𝘁, welche sich kontinuierlich an diese wechselnden Kräfte anpasst.
Viele Schlaganfallpatienten beginnen mit dem Gehen 𝗯𝗲𝘃𝗼𝗿 sie sich vollständig erholt haben, wenn noch Schwäche, schlechte Balance oder beeinträchtigte Kontrolle vorliegen. Um einen Kollaps zu vermeiden, entdecken sie oft eine effektive, aber maladaptive Lösung: 𝗩𝗲𝗿𝗿𝗶𝗲𝗴𝗲𝗹𝘂𝗻𝗴 𝗱𝗲𝘀 𝗞𝗻𝗶𝗲𝘀 𝗶𝗻 𝗛𝘆𝗽𝗲𝗿𝗲𝘅𝘁𝗲𝗻𝘀𝗶𝗼𝗻. Diese Strategie erlaubt Standstabilität mit minimalem Kontrollaufwand. Das Problem ist, dass, wenn diese motorische Lösung einmal erlernt ist, sie bestehen bleiben kann. Selbst wenn sich die selektive motorische Kontrolle des Knies später verbessert, weiß der Patient möglicherweise 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗺𝗲𝗵𝗿, 𝘄𝗶𝗲 𝗲𝗿 𝗱𝗮𝘀 𝗞𝗻𝗶𝗲 𝗼𝗵𝗻𝗲 𝗛𝘆𝗽𝗲𝗿𝗲𝘅𝘁𝗲𝗻𝘀𝗶𝗼𝗻 𝘀𝘁𝗮𝗯𝗶𝗹𝗶𝘀𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻 𝘀𝗼𝗹𝗹.
Mit anderen Worten: Das Problem besteht nicht darin, dass die Muskeln nicht arbeiten können, sondern darin, dass das Nervensystem die falsche Lösung für das Stabilisierungsproblem erlernt hat.
Natürlich ist die Hyperextension des Knies nicht immer nur ein erlerntes Kontrollproblem. Bei einigen Patienten drängen zusätzliche Faktoren das Knie während des Stands in das Recurvatum, wie zum Beispiel:
- Spastizität der Plantarflexoren oder Kontraktur des Sprunggelenks,
- ausgeprägte Schwäche des Quadrizeps oder der Hamstrings,
- gestörte propriozeptive Wahrnehmung im Kniegelenk.
Zu verstehen, 𝘄𝗲𝗹𝗰𝗵𝗲 𝗠𝗲𝗰𝗵𝗮𝗻𝗶𝘀𝗺𝘂𝘀 𝗯𝗲𝗶 einem bestimmten Patienten 𝘃𝗼𝗿herrscht, ist entscheidend, denn alleinige Kräftigung löst selten das Problem, wenn das eigentliche Problem in der motorischen Kontrolle und sensorischen Prädiktion liegt.
In einem demnächst erscheinenden Fallbericht im ASEAN Journal of Rehabilitation Medicine (Januar 2026) beschreibe ich die 𝗥𝘂̈𝗰𝗸𝗯𝗶𝗹𝗱𝘂𝗻𝗴 𝗱𝗲𝗿 𝗰𝗵𝗿𝗼𝗻𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗞𝗻𝗶𝗲-𝗛𝘆𝗽𝗲𝗿𝗲𝘅𝘁𝗲𝗻𝘀𝗶𝗼𝗻 𝘇𝘄𝗲𝗶 𝗝𝗮𝗵𝗿𝗲 𝗻𝗮𝗰𝗵 𝗦𝗰𝗵𝗹𝗮𝗴𝗮𝗻𝗳𝗮𝗹𝗹.
Das in diesem Fall verwendete Lokomotionstraininggerät ist zu sehen unter
Quelle: Stroke Boot Camp : Neurological Rehabilitation
Asst. Prof. Dr. Parit Wongphaet
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